Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

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T.Hagel
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von T.Hagel »

kroerig hat geschrieben: Freitag 9. Januar 2026, 17:56 SchildZentral und ribeka sind mir schnuppe. Ich setze auf freie Lösungen.
Sie wissen aber schon, dass einer der wesentlichen Vorteile von SchildZentral der ist, dass es dafür das Schulträgermodul gibt, mit dem durchaus wichtige Themen der Schulträger dahingehend abgedeckt werden können, dass die Daten in Echtzeit vorliegen und nicht erst per Excel- oder TXT-Export durch die Gegend gemailt werden müssen ? Ich denke da die jährlichen Anschreiben aller neuen Grundschüler, Schulpflichtüberwachung, Auswertungen, Planungstools, Übergang Grundschule nach SEK-I und von SEK-I nach SEK-II, und noch vieles mehr). Ab Schild3 soll über das neue Schulträgermodul dann auch die Schulwegberechnung abgewickelt werden können.

Wenn Sie mir hier eine freie Lösung oder überhaupt eine Alternative nennen können, ich bin gespannt.
Die Frage ist natürlich: Wann gilt das Paket aus SVWS, SchILD3 und dem Rest als "ready for production"? Und wann geht SchILD2 dann EoL? Oder erhält SchILD2 doch noch wieder die Regeln der neuen APO-GOst? Und sei es nur, weil die Schulen/ Schulträger mit der Migration nicht hinterherkommen.
Nun, was andere Schulträger betrifft, dazu kann ich wenig sagen, aber für Köln kann ich sagen, dass wir mit der Migration nicht hinterherkommen, weil wir nicht richtig aufgestellt oder zu blöde sind, sondern, dass eine derartige Systemumstellung erst dann wirklich in Angriff genommen werden kann, wenn die (meisten, bzw. die wichtigsten) Funktionen aus dem Vorgängersystem auch im neuen System vorliegen ... und erprobt sind.

Das ist aber derzeit immer noch nicht der Fall. Im Moment steht überspitzt formuliert nur ein Basisgerüst mit einem überarbeiteten Kurs- und Laufbahnplanungssystem bereit. Alle anderen Funktionen und Module stehen weiterhin hinten an. Es bleibt zum Haareraufen, denn es gibt immer noch keine verlässlichen Angaben, wann denn wenigstens mal mit Beta-Versionen der restlichen Modulen zu rechnen ist, um wenigstens ein bisschen personelle Ressourcen planen zu können.

Meines Erachtens fehlt es aber weiterhin noch an verschiedenen Tools. Angefangen von dem versandeten Vorhaben, für Schild2 eine Datenprüfung gegen Schild3-Datenlage bereitzustellen, um bei Datenbankmigrationen Fehlerquellen zu vermeiden. Solange die Migrationsscripte (das vom SVWS-Server und das nachlaufende für SchildZentral) noch Fehler auswerfen, braucht es eines Tools für die Schildadmins in den Schulen, mit denen Sie angezeigt bekommen, wo denn nun genau in SchildZentral2 ein Wert nicht übertragen werden konnte, oder welcher Wert da vorher stand. Anders als unter SchildNRW mit lokal in den Schulen liegenden Datenbanken haben diese Schulschild-Administratoren keinen direkten Zugriff auf die SchildZentral-Datenbank. Den aber brauchen sie derzeit, um mit den Logdateien ausfindig zu machen, welcher Datensatz sich hinter der jeweils ausgegeben ID verbirgt. Im Moment müssten wir das irgendwie aufbereiten, was aber zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Des weiteren muss sich auch erst mal zeigen, wie schnell und wie stabil das Schild3-Konzept inkl. aller Module in den jeweiligen Umgebungen laufen. In dem Zuge müsste man dann auch mehrmals testen, wie man im Problemfall (hängender SVWS-Server, Datenbankproblem) schnelle Abhilfen finden kann, ohne dass n Schulen plötzlich nicht mehr mit Schild arbeiten können. Erst dann, macht m.E. der Wechsel zu Schild3 überhaupt erst Sinn.

Einen Wechsel zu erzwingen, weil bestimmte Regelwerke nur noch unter Schild3 bereitgestellt werden und nicht mehr auch unter Schild2 sind da nicht wirklich hilfreich. Der Druck sollte daher nicht an die Schulträger oder IT-Dienstleister abgegeben werden, sondern an die Entwickler, die nun mal die Software in der neuen und alten Version den Schulen bereitstellen. Wir wollen ja wechseln, dann aber in ein in sich ineinandergreifendes System, wie es mit SchildZentral2 nun mal derzeit vorliegt.


Im Grunde macht eine Bereitstellung von Schild3 als Testumgebung für Schulen eigentlich auch erst dann wirklich für alle Beteiligten Sinn, wenn die wichtigsten Module verfügbar sind. Das wäre aber sehr wichtig, um dann endlich auch mal Erfahrungen in der gleichzeitigen Nutzung durch n Schildnutzer sammeln zu können. U.a. um hier dann endlich auch die SVWS-Server dahingehend zu optimieren, um am Ende mit möglichst wenigen Servern auszukommen.

Schulträger-IT die dann einfach 5 oder 10 virtuelle Maschinen inkl. SVWS- und Datenbankserver bereitstellen, werden da vielleicht schneller sein, als die, die eben Web- und Datenbankserver auf eigenen Servern laufen lassen und 25, 50, 100, 200 oder noch mehr Schulen zentral mit Schild3 ausstatten sollen. Aber auch bei denen müssten erst einmal alle/die wesentlichen Module vorhanden sein.

Es gibt halt noch andere Schulformen und andere Verwaltungsaufgaben als Kurs- und Laufbahnplanung und nein, die Datenverarbeitung endet nicht in den Schulen, sondern geht bei Schulträgern und Schulamt noch weiter ...
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von kroerig »

Bisher habe ich noch keinen Abkündigungstermin für SchILD2 gefunden. Zu Beginn des Projekts hieß es mal: Wenn SchILD3 allgemein freigegeben ist, gibt es noch eine Übergangszeit, in der SchILD2 noch supportet wird, neue Funktionen erhält dann aber nur noch SchILD3. So hätten dann Schulen, die z.B. nicht von Änderungen im Abitur betroffen sind, mehr Zeit für die Umstellung und es fallen nicht alle gleichzeitig über die Fachberater her.

Mir fehlen im SchILD3 bzw. dem SVWS-Server auch noch ein paar Funktionen. Das Paket ist primär auf Einzelplätz bzw. Workgroup-Installationen ausgelegt. Und Schulen, die SchILD in-house selbst betreiben kommen damit auch wunderbar zurecht.

Gewillte Admins können den Server unter Linux laufen lassen, ambitionierte nehmen dafür das Docker-Image. Letzteres braucht aber noch etwas Pflege.

SchILDZentral ist ein ganz anderes Thema, denn das ist ein kommerzielles Produkt und Ribeka kann durchaus abweichend vom MSB entscheiden das bestehende SchILDZentral noch weiter zu pflegen und mit den erforderlichen Updates zu versorgen. Und möglicherweise können Schulträger mit Ribeka auch einen Inididualvertrag aushandeln.

SchILD wird den Schulen vom Land kostenlos bereitgestellt, der SVWS ist sogar open source. Etwas Besseres kann es in der aktuellen Zeit nicht geben. Bis aber auch der Windows Fatclient entfallen kann, wird es aber sicher noch einige Jahre dauern.
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von GE Schwerte »

T.Hagel hat geschrieben: Freitag 16. Januar 2026, 16:46[...]
Es bleibt zum Haareraufen, [...]
Bevor Sie bald ganz barhäuptig darstehen, sollten Sie sich noch mal das rheinische Grundgesetz ansehen.
Evtl. hilf auch das eine oder andere Kölsch.

Bislang ist Schild3-Zentral nicht da und es nutzt auch nichts, wenn Sie weiter mit den Füßen scharren.
Es wird irgendwann veröffentlicht, dann werden die ersten Bugs beseitigt und dann können Sie anfangen zu testen.
Ich würde frühestens im Januar 2027 damit rechnen.

Bis dahin können Sie weiter Schild2-Zentral betreiben, es bleibt ja erstmal alles beim Alten.

Auch die geplanten(!) Oberstufenänderungen sind noch nicht beschlossen.
"Der Landesregierung ist daran gelegen, die Prozesse so zu gestalten, dass der Landtagsausschuss
für Schule und Bildung die Möglichkeit hat, noch vor der Sommerpause 2026 über den Entwurf zu beschließen" heißt
das im Ministeriumsdeutsch.

In der Verwaltung will nicht nur gut Ding Weile haben, leider auch die anderen Dinge.
Ich wette eine Flasche Rotwein, dass die Ablösung ADSPC zur Statistik 2027 nicht klappen wird,
und wir uns weiter mit dem Zombie herumschlagen.

Aber evtl. können Sie in den Sommerferien 2027 schon ein paar Schulen testweise auf Schild3-Zentral umstellen,
wenn Sie von Januar bis Juli 27 einige Musterdeployments gemacht haben.
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T.Hagel
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von T.Hagel »

Das rheinische Grundgesetz, ja, da haben Sie Recht. Sollte ich mir öfter ins Gedächtnis holen :-)

Es nutzt jedoch schon etwas, mit den Hufen zu scharren, weil bei den Tests mit SchildZentral3 halt bestimmte Dinge auffallen, die bei der Planung möglicherweise unterschätzt wurden. Würden wir nicht jetzt schon alles testen, was vorliegt, würde das Produkt auch nicht in gewisser Weise ... reifen.

Entscheidend wird hier aber sein, dass eine Bereitstellung für die Schulen erst dann wirklich Sinn macht, wenn die notwendigen Module lauffähig vorliegen und erprobt sind. Dass sie nicht fehlerfrei sein werden, liegt in der Natur der Dinge. Schild2 hat ja nicht umsonst zahlreiche Updates hinter sich. Aber es ist ein insgesamt lauffähiges System. Schild3 nicht. Noch nicht.
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von KMG_IT »

Weiß jemand wie der aktuelle Sachstand zu SchildZentral3 ist? Denn ab März 2027 wird der Bedarf sehr groß, außer Lupo wird auch noch für die neue Oberstufe weiterhin gepflegt.
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von WJohannsen »

SchILD zentral soll nach der Statistik 2026 zur Verfügung stehen, also rechtzeitig für die Wahlen und die Beratung der neuen Oberstufe.
Mit freundlichen Grüßen
Wichard Johannsen
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von GE Schwerte »

KMG_IT hat geschrieben: Dienstag 9. Juni 2026, 08:10Weiß jemand wie der aktuelle Sachstand zu SchildZentral3 ist?
Vermutlich weiß es der Hersteller. Schild Zentral ist ein kommerzielles Produkt eines Unternehmens im Rheinland. Fragen Sie dort nach.

Hier können wir nur vermuten.
Sie fragen ja auch nicht den ADAC, wann der nächste VW Golf erscheint, auch wenn der Verein gute Drähte zur Automobilindustrie hat.
Denn ab März 2027 wird der Bedarf sehr groß, außer Lupo wird auch noch für die neue Oberstufe weiterhin gepflegt.
Ist denn eine neue Oberstufe schon verabschiedet? Oder wird die noch einmal verschoben? ;-)
Und wenn es bis jetzt noch keine Regelung gibt, wie soll die dann in ein Programm umgesetzt werden?

Nun warten wir seit 8 Jahren auf Schild3, da wird es doch auf ein Jahr mehr oder weniger nicht mehr ankommen...

Eine vorsichtige Schätzung der Mannjahre, die bislang in der Schild3-Entwicklung stecken, lässt einen erschreckenden Betrag
an Entwicklungskosten vermuten.
Aber bei 207 Millionen für Logineo NRW sind das vermutlich "Peanuts". (c) J. Ackermann
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T.Hagel
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von T.Hagel »

Frodermann hat geschrieben: Montag 11. Mai 2026, 13:08
Hagemann hat geschrieben: Montag 11. Mai 2026, 12:45Ersteres war gedacht. Ich vermute auch ehrlich gesagt, der krzn Admin hat wenig Lust auf die Installation.
[...]
Verstehe ich nicht - die Installation von SVWS-Server/SchILD-NRW3 müssen die ja eh machen, um das zum Laufen zu bringen. Ob dann noch ein SchILD-NRW2 vier oder sechs Wochen länger auf dem Server mitläuft, erscheint mir nicht erheblich? Okay, bei der Installation muss man dann etwas auf Ports etc. achten, falls SchILD mit einer Datenbank läuft oder irgendwas virtualisieren. Aber für einen Profi sollte das ja kein Problem darstellen... übersehe ich gerade etwas?
Hallo Herr Frodermann und Herr Hagemann,

jepp, Sie übersehen da in der Tat etwas, leider gravierendes.

Zunächst könnten Schulverwaltungsnetzwerke nicht unterschiedlicher aufgebaut sein. Nur etwa 1.500 bis 1.800 Schulen werden von kommunalen IT-Dienstleister/Rechenzentren mit einer Art "Schulverwaltungsnetzwerk-as-a-Service" ausgetattet. D.h., dass die komplette Infrastruktur aus Windows-Arbeitsplätzen mit File-, Datenbank- und Webservern aus einer Hand zentral zur Verfügung gestellt werden. Benutzerverwaltung, Backup-, Sicherheits-, Rechte- und Rollenkonzept inklusive. In der Regel dürften die meisten Schulen ihr Schulverwaltungsnetzwerk aber selber administrieren und pflegen. In einigen Fällen dürfte der Schulträger, bzw. die von ihm beauftragten IT-Dienstleister nicht nur die Hardware anliefern, sondern auch rudimentär miteinander über Laufwerksfreigaben vernetzten oder gar einfache NAS bereitstellen.

Aber schwenken wir mal auf die Schulen, deren Schulverwaltungsnetzwerk komplett durch kommunale IT-Dienstleister/Rechenzentrum bereitgestellt wird, wie eben dem KRZN, OWL, IT Rheinland, Köln, Wuppertal, Bielefeld, etc.:

Ihnen und anderen Personenkreisen ist offenbar bis heute nicht bekannt oder vertraut, wie in einem Rechenzentrum das nach ISO und/oder BSI zertifiziert ist, gearbeitet wird und welche Regeln und Vorgaben dabei zu erfüllen sind, um eine stabile, sichere, hochverfügbare, oft sogar redundante Umgebung bereitzustellen und zu gewährleisten. Üblicherweise sind in den Rechenzentren zig bis hunderte von Windows- und Linux-Servern und hunderte bis tausende von Datenbanken verschiedener Datenbanksysteme für zig Anwendungsprogramme für die jeweiligen Kunden (Ämter der eigenen und anderer Kommunen) im Einsatz. Für jedes Update, vor allem aber für jedes neue Programm oder System (wie Schild3) sind daher entsprechende Vorgaben und Regeln einzuhalten, damit ein solch komplexes Rechenzentrum weiterhin stabil und sicher betrieben werden kann.

Hinzu kommt, dass so ein Rechenzentrum aus sehr vielen einzelnen Teams besteht, in denen sich Spezialisten ausschließlich um die jeweiligen Aufgabenbereiche kümmern und dort alle dort eingesetzten Anwendungen betreuen. D.h. es gibt hier nicht "den einen Admin". Neben den Spezialisten für Datenbanken, Linux-/Web-/Anwendungsserver, gibt es welche für Backupsystem, Servermonitoring, Notfallkonzepte, Arbeitsplatzinstallation, Netzwerk, Sicherheit, Datenschutz, etc. gibt es noch den Bereich Fachanwendungsbetreuung und Change-Management. In der Fachanwendungsbetreuung betreut man ein oder mehrere Produkte aus einem Fachbereich, so wie ich für Schulfachanwendungen. Vielleicht ist diese Position hier am ehesten mit "der Admin" aus der Schule zu vergleichen, da man als solcher die jeweiligen Teams zu Fehlermeldungen oder Updates kontaktiert werden. Der Job besteht neben der technischen Betreuung auch darin Probleme zusammen mit den Herstellern zu lösen, Updates zu koordinieren, zu testen, neue Anwendungen zu testen und bereitzustellen, wenn die Vorgaben erfüllt sind.

Für jedes Änderung am System und damit für jedes Update muss dies zunächst beim sog. Change-Management beantragt und begründet werden, was sich zur Vorversion geändert hat. Zudem müssen dann auch die jeweiligen Spezialisten kontaktiert werden, um zeitliche Ressourcen abzustimmen und ein Verteildatum festzulegen. Dann wird vom Change-Management geprüft, ob unser Zeitplan nicht mit anderen Vorhaben kollidiert und ob die eingereichten Dokumente vollständig und korrekt ausgefüllt sind. Dann wird zunächst intern und durch den Schulträger getestet, das Programm anschließend in ein Installationspaket gepackt und geht dann in die erneute Abnahme durch den Schulträger. Erst nach deren Abnahme kann die Verteilung des Updates erfolgen.

Insbesondere ASDPC und auch das Zusammenspiel mit SchildZentral strapaziert dieses Gefüge jedes Mal aufs Neue, wenn kurz vor der Update-Verteilung noch eben ein unangekündigtes Update reingeflattert kommt. Dann muss wirklich schon sehr viel passen, damit auch das neue Update noch mit in den ursprünglich angedachten Zeitraum reinrutschen kann. Ansonsten verschiebt sich dessen Bereitstellung auf das nächste freie Zeitfenster. D.h. dass in dieser Statistikzeit auch bei uns kaum Zeit für andere Vorhaben ist.

Bei einer neuen Software aber müssen erst einmal einige Basis-Dokumente mehr ausgefüllt, geprüft und genehmigt werden. Diese drehen sich vornehmlich um die Art von Daten (Datenschutzklassifizierungsbogen), sowie um den Datenfluss (was geht von wo über welche Wege nach wo), so wie Angaben zur Art und Dauer der Datensicherung, Servermonitoring, Notfallkonzept, Fallback-Plan. Auch die Datenschutzbeauftragten müssen hier einverstanden sein. Ggf. sind zunächst beim Hersteller Dinge nachzubessern, bevor man starten kann. Je detaillierter hier die Angaben der Hersteller sind, desto schneller können Dokumente geprüft und genehmigt werden.


Schild3 ist da zudem komplexer, egal ob man hier mit SchildNRW3 oder SchildZentral3 arbeitet. Es geht ja nicht einfach nur um eine Programminstalltion. Es ist ein Zusammenspiel aus Datenbank- und Webservern, sowie PC-Installationen, wo für jeder dieser Komponenten die gleichen Regeln für Dokumentationen gelten. Die Bereitstellung, Wartung und Pflege einer Schild3-Testumgebung ist also per se um einiges umfangreicher und zeitintensiver. Zudem fallen in den aktuell verfügbaren Versionen reihenweise technische Fehler auf, die in neuen Updates münden. Jedes Update ... genau, Dokumentation, neue Tests, usw. D.h. je mehr Updates so eine Testumgebung in Anspruch nimmt, desto zeitaufwändiger ist diese Bereitstellung. Zeit, die nicht überall verfügbar ist, weil die Fachanwendungsbetreuer ja nebenbei auch noch Tagesgeschäft und Störungen mit den produktiven Programmen zu tun haben.

Solange wir allerdings die Testumgebung noch nicht für Schulen freigeben können, können wir noch immer nicht sagen, wie viele SVWS-Server am Ende für die Test- und dann letztlich für die Produktiv- und Schulungsumgebung benötigt werden. Bzw. wie viele gleichzeitige Nutzer über einen SVWS-Server arbeiten können. Brauchen wir in Köln also nun 5, 10, 25, 50, 100, 150, > 200 SVWS-Server ? Das ist insofern elementar wichtig, denn in Abhängigkeit der für Schild3 benötigten Ressourcen an Datenbanken und Servern entscheidet sich, ob ggf. personell aufgestockt werden muss und wie viele zusätzlichen Lizenzen und Speicherplatz für Backupsysteme benötigt werden und welche Kosten das in Anspruch nimmt. Der Schulträger muss planen können, mit wie viel Mehrkosten für die Bereitstellung von Schild3 gegenüber Schild2 zu rechnen ist. Aktuell sind es nur vage Schätzungen.


Am hinderlichsten bei all dem Ganzen ist daher, dass Schild3 insbesondere aus Rechenzentrumssicht, eine Baustelle ist, bei der sinngemäß einige schon am Dachstuhl arbeiten, während andere noch am Fundament nachbessern und weitere bereits feinsten Kaffee in der Kaffeeküche trinken und Schulungen geben. Ein paar Etagen sind noch im Aufbau, Treppenhäuser fehlen, usw. Vielleicht ein bisschen spitz formuliert, aber Schild3 ist Stand jetzt (Juni 2026) immer noch eine experimentelle Baustelle, die unheimlich viel personelle Zeitressourcen in Anspruch nimmt.

Insofern dürfte es nachvollziehbar sein, dass nicht alle Rechenzentren "Hurra" schreien und in der frühen Phase, in der Schild3 gegenwärtig steckt, Zeit investieren können oder wollen. Zeit, die dann für andere Vorhaben aus dem Tagesgeschäft nicht zur Verfügung steht. Es würde anders aussehen, wenn Schild3 bereits jetzt in allen Modulen eine produktiv nutzbare Qualität erreicht hätte und hier und da bereits im Ganzen erprobt wurde.

In den Schulen ist es ja auch nicht anders. Die IT-afinen Lehrkräfte schrauben ja auch zeitaufwändig an einer Testumgebung herum, obwohl sie bereits neben Unterricht auch noch das eigene Schulverwaltungsnetzwerk administrieren und z.T. dann eben von zu Hause aus privat testen...


Wie komplex Schild3 ist, zeigt sich, wenn man überlegt, Schild3 zunächst nur für die Schulen mit gymnasialer Oberstufen einzuführen. Kommunen, die ihren vielfältigen Aufgaben mit dem Schulträgermodul von Ribeka erledigen, bräuchten dann Workarounds um die Daten aus unterschiedlichen Systemen übereinanderzubringen, um Aufgaben wie Schulplfichtüerwachung, Wechsel von 4 nach 5, 10 nach 11, etc. weiterhin erledigen zu können. Oder die zig hundert oder tausend neuen Schüler aufzunehmen, anzuschreiben, etc. Ein Mischbetrieb ist daher nicht über einen längeren Zeitraum möglich.

Alles wäre einfacher, wenn die Softwarequalität für alle Module hinreichend produktiv nutzbar wäre und die wesentlichen Module komplett lauffähig verfügbar wären. Aber die Zeitvorgaben, die nun in 2026 aufgekommen sind ... sind kontraproduktiv.

Schöne Grüße aus Köln
Thomas Hagel
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von sbrando »

Irgendwie möchte ich dazu schreiben: Manche Bürokratie ist sicher auch überbordend...
Wo ich aber beipflichten kann ist: SchILD2 ist weitgehend portabel, d. h. eine Aktualisierung besteht darin, einfach ein paar Dateien mit denen aus einem ZIP-Archiv zu überschreiben. Das gleiche gilt auch für Kurs42 und LuPO sowie theoretisch ENM (wo es aber seit Jahren kein Update gab).
SVWS + SchILD3 + WebLuPO + WeNoM + ... ist halt ein ganz anderes Kaliber. Nicht nur besteht schon "der SVWS-Server" aus mehreren Komponenten (MariaDB, JRE, SVWS-Server, SVWS-Client, Admin-Client), auch spielen die Einzelmodule nur in bestimmten Versionen miteinander. Der SVWS-Server als ausgewachsener Server hat auch ganz andere Anforderungen an Hardware und Pflege, weil es mit einfachen ZIP-Updates nicht mehr getan ist. Dazu kommt, dass auch die anderen Module ganz andere Infrastruktur brauchen (z. B. passende Webspaces). Das erhöht in der Tat sehr die Komplexität des Gesamtsystems hin zu einem solchen, dass für eine einzelne Schule nur noch schwer zu überblicken und ohne Hilfe zu verwalten ist. Das ist in der Tat für den aktuellen Gesamtzustand des Systems, der an vielen Stellen noch "nachbesserungsbedürftig" ist und in der Tat Fehler häufig auch kurzfristig auffallen und dann ebenso kurzfristig behoben werden müssen, ungünstig.
Hier sind die Entwickler von SVWS-Server, SchILD3 und allen Modulen wirklich in der Pflicht auch umfassender und vor allem vorausschauender zu testen.
LG S. Brando
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Re: Zeitplan SchILDzentral - Schild-NRW3 ?

Beitrag von T.Hagel »

sbrando hat geschrieben: Donnerstag 18. Juni 2026, 12:44 Irgendwie möchte ich dazu schreiben: Manche Bürokratie ist sicher auch überbordend...
Wenn es ja nur der Bürokratie wegen wäre, aber hier geht es um Dokumentationen, die für die Aufrechterhaltung eines Rechenzentrums notwendig, bzw. wesentlich sind. Bei allem was eher bürokratischer Natur ist, versuchen wir ja schon zu vereinfachen. Aber für die wesentlichen Dokumente gibt es keinen Spielraum. Als Datenverarbeiter im Auftrag sind auch alle Datenschutzaspekte zu berücksichtigen, sowie die Gewährleistung, dass die neue Software in diese Umgebung passt.

Neben SchildZentral3 gilt es dann ja auch noch, die webbasierte Noteneingabe (WeNom oder SchildWeb) obendrein auch noch durch eine separate Sicherheitsanalyse zu schieben und abnehmen zu lassen.

Wenn wir ja wenigstens schon mal ein Fundament eines Testsystems hätten, das wir den Schulen bereitstellen können/dürfen. Aber selbst da sind wir derzeit nicht und je mehr wir testen, desto mehr Problemfelder finden wir.

Aber, um auf die Kernfrage "Zeitplan SchildZentral" zurückzukommen. Im Grunde gibt es keinen. Vielleicht steht Ende Oktober SchildZentral3 dann tatsächlich SchildZentral mit allen Modulen in produktiv nutzbarer Qualität vor, aber dann haben wir immer noch zahlreiche Testwellen und -läufe, sowie wiederholte Lasttests vor uns, inkl. wiederholter Tests für Zeugnisdruck, Hochstufung, Anmeldeprozess, etc. Erst dann, wenn wirklich alles in allen Schulformen und beim Schulträger rund läuft, erst dann erst kann der tatsächliche Umstieg mit den Schulen geplant werden...
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