Raffenberg hat geschrieben: Mittwoch 4. Februar 2026, 18:06
Wie soll mit der Problemlage von Seite SVWS umgegangen werden?
Das sind alles kommerzielle Produkte von ribeka. Da hat SVWS keinerlei Einfluss drauf.
Im Forum von OpenOffice wird keiner Aussagen zum Entwicklungsstand von LibreOffice machen könnnen, trotz identischem Unterbau.
Hallo Herr Raffenberg,
ehrlich gesagt, Ihr Beispiel OpenOffice/LibreOffice hinkt ... ziemlich.
Ja, Ribeka baut Ribekamodule. Aber, es gibt nur diesen einen SVWS-Server, keinen Fork mit dem z.B. Ribeka (oder künftige andere Anbieter) so aufsetzen könnten, wie es für eine zentrale Bereitstellung der Software für mehr als eine Schule sinnvoll wäre. Ribeka MUSS also auf diesen einen SVWS-Server zurückgreifen, den nun mal IT-NRW baut, vorgibt und ihn für den Einsatz innerhalb einer Schule konzipiert hat. Diese Variante ist gesetzt und wird vorgegeben. Sie kennen ja sicherlich meine diversen Diskussion und Tickets unter GitHub zu dem Thema und meine diversen Vorschläge, um Schild3 so umzugestalten, dass es bei zentraler Bereitstellung insbesondere ressourcenschonender funktionieren könnte, als es derzeit der Fall ist. Die Vorschläge liegen ja auch bei Ribeka vor.
Ribeka kann hier also nicht so wirklich arbeiten wie es in vielen Dingen sinnvoller wäre. Ich hatte schon letztes Jahr (oder länger her ?) vorgeschlagen, dass hier ein Fork zum SVWS-Server bereitgestellt werden müsste, der sich auf die Anforderungen, die sich aus einer zentralen Bereitstellung nun mal ergeben, ausgerichtet wird. Damit wäre jeder IT-Dienstleiser in der Lage für sich zu entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Damit ließe sich die Bereitstellung von Schild3 vor allem ressourcenschonender ermöglichen. Aber nein, Ribeka muss sich auf diese eine einzige SVWS-Server-Version beziehen und darf nicht abweichen (Moment, Schild3 ist doch OpenSource, oder doch nicht?). D.h. im Umkehrschluss aber auch, dass sich Ribeka ständig an diese gerade verfügbaren SVWS-Server und Änderungen orientieren muss und vermutlich das eine oder andere Stück Software umschreiben musste, weil sich zur Vorversion irgendwas grundlegendes geändert hatte. Wie z.B. beim Wechsel von 0.9.x auf 1.0 als der privilegierte User eingeführt wurde.
Unter SchildZentral2 ist das Gemengegelage anders, hier gibt es eine Umgebung aus bereits lauffähigen und vorhandenen Modulen. Hier kann Ribeka direkter auf Änderungswünsche oder neue Features eingehen oder angepassen, da das Basissystem "lediglich" um die Funktionen erweitert werden, die die Programme/Module mandantenfähig machen. Bei Schild3 aber ist man hochgradig von dem abhängig, was IT-NRW liefert und hinkt dann unweigerlich hinterher.
Wie also mit SVWS umgehen ?
Nun, zunächst wäre es für alle Beteiligten sehr hilfreich, wenn endlich mal alle Module oder Funktionen aus Schild2 in Schild3 verfügbar und dann auch zumindest soweit gereift wären, dass sie sich für den Schulalltag eignen könnten. Software wird ja nie ganz fertig. Aber sie sollte schon in sich und zusammen in den jeweiligen IT-Infrastrukturen funktionieren. Aber, da sind wir ja noch nicht. Außerdem wären verlässliche Roadmaps hilfreich. Bis heute gibt es keine Aussagen, wann mit den restlichen Modulen tatsächlich zu rechnen ist. Dafür gibt es aber schon Aussagen, dass Neuerung wie die geplante neue Abiturregelung und die Statistik ab 2027 ausschließlich über Schild3 zu laufen habe. Das nenn ich Einführung per Brechstange. Und ich befürchte, dass genau das mit diesem komplexen System ziemlich scheppern wird.
Es werden ja nicht mal Angaben korrigiert, wenn sich geplante Vorghaben verzögern. Dass sie sich verzögern, muss man sich aus dem Forum zusammenlesen. Man würde ja schon fast in Jubelstürme ausbrechen, wenn es wenigstens Angaben gäbe, wann mit Pre-Beta-Versionen zu rechnen sei oder aktiv Infos erhält, dass sich ein geplantes Vorhaben um n Wochen/Monate verzögert. Wie wäre es mit einem Schild3-Newsletter ?
Damit sind wir beim Organisatorischen, bei Transparenz und Austausch. Die Idee mit der IT-Sprechstunde halte ich z.B. für super, aber auf meine Frage, wie man die IT-Sprechstunde als IT-Dienstleiser erreichen könnte, warte ich in einem anderen Forenbeitrag seit Dezember. Ich bin recht intensiv mit Ribeka im Austausch, aber auch mit IT-Kollegen und -Kolleginnen anderer Kommunen. Wir haben es hier mit einer Art Textadventure zu tun, man sucht ständig nach Hinweisen oder Erfahrungswerten, Tipps und Tricks, um Schild3 so in einer Form bereitzustellen, damit zumindest mal interessierte Schulen einen Blick drauf werfen könnten. Denn dann könnten wir auch endlich damit beginnen zu sehen, wie sich die Auslastung auf den jeweiligen Servern und im Netzwerk mit der Nutzung von Schild3 verhalten. Auch um Erfahrungswerte zu sammeln, wie man die Anzahl der SVWS-Server auf ein Minimum reduzieren könnte. Wo sind die also die Schulen und IT-Dienstleister, die das bisher für Schild3 Verfügbare erfolgreich mit welchem Setup und Ressourcenaufwand zum Laufen bekommen haben. Wie haben es Schulen in Eigenregie geschafft Schild3 in ihrer IT-Infrastruktur mit wie viel Aufwand zum Laufen zu bekommen und wie haben diese ihr Schild3-Netzwerk abgesichert ?
Bei allem dreht es sich vor allem darum, wie Schild3 in den Schulen zum Einsatz kommen soll:
Auf der einen Seite haben wir Schulen, in denen überwiegend Lehrkräfte das Schulverwaltungsnetzwerk selber stemmen und wenige, die sich dafür eine IT-Fachkraft dafür leisten (können).
Auf der anderen Seite haben wir Schulen, die von kommunalen oder anderen IT-DienstIleistern komplett mit Hardware, Software, Netzwerk, Benutzerverwaltung und Support betreut werden. Dort muss ein komplett anderer Ansatz gelten, als an Schulen in Eigenregie.
Diesen Ansatz gibt es u.a. mit SchildZentral2, aber auch für Schild-NRW2. Ersterer Ansatz ist wenigstens ressourcenschonender als zweiterer. Aber Schild3 in seiner derzeitigen Variante sprengt alles bisher dagewesene und so manch IT-Team fragt, ob das ein Scherz sein soll. Technisch ist das alles schon irgendwie handlebar, aber die zentrale Bereitstellung der gegenwärtigen Schild3-Fassungen generiert ein um ein deutliches Vielfaches mehr an Aufwand, Hardware- und Personal-Kosten als das mit den Schild2-Varianten der Fall ist... Kosten, die der Schulträger dann stemmen darf.
Damit einhergehend gibt es durchaus Kommunen, die sich hier komplett zurückhalten und abwarten, weil noch nichts Vollständiges vorliegt und u.a weiterhin unklar ist, welche und vor allem wie viele Ressourcen (Personal, Hardware) am Ende benötigt werden, um ihren Schulen Schild3 - in welcher Variante auch immer - datenschutz- und sicherheitstechnisch sicher bereitzustellen. Auch darauf hatte ich schon mehrfach hingewiesen.
Dazu zählen Ressourcen für die zahlreichen Einzeldatenbanken, bis hin zu komplett nur für Schild3 reservierten Datenbankserver, sowie eine immer noch unbekannte Anzahl an SVWS- und anderen Webservern, bzw. virtualisierte Webserver. Ja, die Idee hinter den eigenen Datenbanken pro Schule ist mir bekannt. Die Gründe auch. Aber es soll auch Systeme in der Wirtschaft geben, die huch, mandantenfähig sind und sogar weltweit zuverlässig an sehr vielen Standorten laufen. Die Technik einen Webserver auf eine Anzahl von Schulen auszurichten, statt eben auf eine Anzahl von gleichzeitigen Nutzern ist auch so ein wesentlicher Unterschied, der entsteht, wenn man eine Software nur innerhalb eines geschlossenen Netzwerkes an einem Schulstandort betrachtet oder ob die Software zentral für mehrere Schulen und Standorte bereitstellt werden soll.
Das ist das eine. Das andere und viel wesentlichere Problem aber ist, dass selbst SchildNRW3 noch immer nicht komplett verfügbar nutzbar ist, weil schlicht und einfach die bekannten Module und Helferlein aus der Schild2-Welt noch nicht verfügbar sind. Da beziehe ich beide Modulhersteller ein, IT-NRW und RIbeka. Es gibt ja immer noch keine oder keine verlässlichen Angaben, wann mit diesen Modulen tatächlich zu rechnen ist. Das macht Planungen ein bisschen schwierig.
Ich gehe davon aus, dass wir im Fortlauf der stetigen Entwicklungen und Module eh noch auf die eine oder andere interessante Überraschung oder Herausforderung stoßen werden. Auch die werden gelöst werden. Aber eine Systemumstellung diesen Ausmaßes ... nun die kann erst dann Sinn machen, wenn die benötigten Funktionen / Module aus der Vorversion vorliegen und in ihrem Zusammenspiel innerhalb der Anwendungen und innerhalb der jeweiligen IT-Infrastruktur auch getestet sind.
Ich gehe jetzt mittlerweile mit SchildZentral3 in den 25. Testmonat und ich kann weiterhin nur die Schulen vertrösten, dass wir noch nichts oder nichts zuverlässig lauffähiges vorweisen können. Aktuell würde das ja eh nur SEK-II-Schulen betreffen, weil die sehr neugierig auf die Portierung von Kurs42 und LuPO sind. Es wird ja stetig besser und runder, weswegen ich sehr auf 2026 hoffe. Schul- oder meinetwegen Schülerverwaltung ist so viel mehr als Kurs42 und LuPO und sie endet nicht am Schuleingangstor.
Was die Anpassungen dieser neuen Abiturregelung oder mit Sicherheit noch weitere Anforderungen betrifft. Mir ist es ehrlich gesagt egal, wer da nun Programmcode anpassen muss. Solche Änderungen müssen wohl oder übel in allen vier Versionen (SchildNRW2 und 3, sowie SchildZentral2 und 3) verfügbar sein. Alles andere wird m.E. voll gegen die Wand fahren. Man kann ein solch komplexes System wie Schild3 nicht mit der Brechstange einführen und hoffen, dass schon alles gut gehen wird. Dafür ist das Ganze zu komplex.
Man sieht ja jetzt schon an verschiedenen Forenbeiträgen, wie so manch optimistische Schule, die jetzt schon komplett auf Schild3 gewechselt sind, schwimmen und Probleme haben. Und das insbesondere, weil halt bestimmte Module und Funktionen noch nicht verfügbar sind oder man erst auf Nachfrage hier im Forum erfährt, dass sich die Entwicklung wohl noch bis Sommer 2026 oder gar länger verzögert ...
Ich habe nichts gegen Schild3. Ich freue mich auf eine neue Variante, die moderner, schneller und vielleicht auch noch benutzerfreundlicher wird, sowie Eingaben mehr auf Plausibilität prüft und irgendwann komplett browserbasiert laufen wird. Ich freue mich auch schon auf neue Module oder Funktionen durch mehr als zwei Anbieter zur Verfügung stehen werden ...