Re: ASDPC und die Verschlüsselung ... wieder eine Warum-Frage
Verfasst: Montag 3. Juni 2024, 21:40
Lieber Herr Hagel,
als Informatiklehrer werde ich Ihnen jetzt mal einen Crash-Kurs in Sachen Datensicherheit und Kryptographie geben:
Das von Ihnen benannte AES-Verfahren (auch Rijndael-Algorithmus genannt) ist ein sogenanntes symmetrisches Verschlusselungsverfahren bei dem zum Ver- und Entschlüsseln der gleiche Schlüssel zum Einsatz kommt (vereinfacht also: Text + Schlüssel = Chiffrat und Chiffrat + Schlüssel = Text).
ASDPC dagegen benutzt ein sogenanntes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren. Bei solchen gibt es Schlüsselpaare, die aus einem privaten (engl. private oder secret Key) und einem öffentlichen (engl. public Key) Schlüssel bestehen. In der Regel lassen sich beide zum Ver- und Entschlüsseln verwenden, allerdings benötigt man zur Umkehrung der Verschlüsselung zwingend den anderen Schlüssel des Paares.
Nun zur Sicherheit: Bei einem symmetrischen Verfahren muss man sicherstellen, dass der zum Ver- und Entschlüsseln benutzte Schlüssel nicht in fremde Hände fällt, da dann die Daten nicht mehr sicher sind. D. h. man benötigt für ein solches Verfahren wiederum ein Verfahren zum sicheren Schlüsselaustausch (z. B. eine Verschlüsselung der Übertragung des Schlüssels mittels eines asymmetrischen Verfahrens).
Die direkte Verwendung eines asymmetrischen Verfahrens umgeht diese Problematik, da beide Kommunikationspartner lediglich ihre öffentlichen Schlüssel austauschen müssen. Diese kann auch jeder kennen, da diese nur zum Verschlüsseln zum Einsatz kommen (Ausnahme: Signieren von Nachrichten, aber das ist eine andere Fragestellung) und daher nicht zum Entschlüsseln benutzt werden können. Deren Übertragung muss insofern nicht abgesichert werden. Will man nun mit dem Gegenüber kommunizieren, muss man die Nachricht nur mit dessen öffentlichen Schlüssel verschlüsseln und kann sich sicher sein, dass nur der korrekte Empfänger, der als einziger den passenden privaten Schlüssel besitzt, diese wieder entschlüsseln kann.
Mit kommt das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung insofern gar nicht veraltet vor, insbesondere da die über ASDPC zu übertragenden Daten durchaus als höchst sensibel angesehen werden können und somit eine hohe Datensicherheit verdient haben.
Übrigens: Das bekannteste asymmetrische Verfahren ist RSA, das bereits 1977 vorgestellt wurde und heute mit entsprechend langen Schlüsseln immer noch als sicher gilt. Das haben die wenigsten symmetrischen Verfahren geschafft.
als Informatiklehrer werde ich Ihnen jetzt mal einen Crash-Kurs in Sachen Datensicherheit und Kryptographie geben:
Das von Ihnen benannte AES-Verfahren (auch Rijndael-Algorithmus genannt) ist ein sogenanntes symmetrisches Verschlusselungsverfahren bei dem zum Ver- und Entschlüsseln der gleiche Schlüssel zum Einsatz kommt (vereinfacht also: Text + Schlüssel = Chiffrat und Chiffrat + Schlüssel = Text).
ASDPC dagegen benutzt ein sogenanntes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren. Bei solchen gibt es Schlüsselpaare, die aus einem privaten (engl. private oder secret Key) und einem öffentlichen (engl. public Key) Schlüssel bestehen. In der Regel lassen sich beide zum Ver- und Entschlüsseln verwenden, allerdings benötigt man zur Umkehrung der Verschlüsselung zwingend den anderen Schlüssel des Paares.
Nun zur Sicherheit: Bei einem symmetrischen Verfahren muss man sicherstellen, dass der zum Ver- und Entschlüsseln benutzte Schlüssel nicht in fremde Hände fällt, da dann die Daten nicht mehr sicher sind. D. h. man benötigt für ein solches Verfahren wiederum ein Verfahren zum sicheren Schlüsselaustausch (z. B. eine Verschlüsselung der Übertragung des Schlüssels mittels eines asymmetrischen Verfahrens).
Die direkte Verwendung eines asymmetrischen Verfahrens umgeht diese Problematik, da beide Kommunikationspartner lediglich ihre öffentlichen Schlüssel austauschen müssen. Diese kann auch jeder kennen, da diese nur zum Verschlüsseln zum Einsatz kommen (Ausnahme: Signieren von Nachrichten, aber das ist eine andere Fragestellung) und daher nicht zum Entschlüsseln benutzt werden können. Deren Übertragung muss insofern nicht abgesichert werden. Will man nun mit dem Gegenüber kommunizieren, muss man die Nachricht nur mit dessen öffentlichen Schlüssel verschlüsseln und kann sich sicher sein, dass nur der korrekte Empfänger, der als einziger den passenden privaten Schlüssel besitzt, diese wieder entschlüsseln kann.
Mit kommt das Prinzip der asymmetrischen Verschlüsselung insofern gar nicht veraltet vor, insbesondere da die über ASDPC zu übertragenden Daten durchaus als höchst sensibel angesehen werden können und somit eine hohe Datensicherheit verdient haben.
Übrigens: Das bekannteste asymmetrische Verfahren ist RSA, das bereits 1977 vorgestellt wurde und heute mit entsprechend langen Schlüsseln immer noch als sicher gilt. Das haben die wenigsten symmetrischen Verfahren geschafft.