Frodermann hat geschrieben: Samstag 4. Juli 2026, 17:04
Bri hat geschrieben: Samstag 4. Juli 2026, 14:16Die "friss-oder-stirb-Haltung" finde ich übrigens sehr irritierend.
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Schade, denn Schild3 sieht sonst echt vielversprechend aus.
Ob man das so in dieser deutlichen Konsequenz sehen möchte oder nicht, mag diskutabel sein. Es ist nicht "Friss oder stirbt" - es ist alles eine Frage von "Ressourcen". Das klingt ähnlich, ist aber tatsächlich ein großer Unterschied.
Das ist es in der Tat. Daraus ergeben sich aber Konsequenzen: Einerseits muss man sich fragen, warum Features, die in der "alten Welt" vorhanden sind, nicht von vornherein für die "neue Welt" mitgedacht wurden (das ist das, was ich mit schlechtes Design meinte). Vielleicht gibt es ja auch gute Gründe, auf ein Feature zunächst zu verzichten und es später als Update nachzuliefern. Aber das sollte dann auch entsprechend ausführlich kommuniziert werden. Der Frust, der hier im Forum zuletzt oft zu spüren ist, ergibt sich meines Erachtens eigentlich mehr oder weniger aus zwei Hauptgründen:
Es heißt immer: "Für SchILD 2 wird es keine Änderungen mehr geben." Hierzu hatte Herr Raffenberg dankenswerter Weise mal erläutert, warum Neuerungen wie bspw. die neue APO-GOSt für SchILD 2 nicht mehr implementiert werden, nämlich weil dafür die neuen Algorithmen aufwendig in Delphi portiert werden müssen. Damit kann man ja arbeiten. Warum allerdings bestehende Algorithmen (z. B. die Versetzungsberechnung am Ende der Jg. 11) nicht repariert werden, ist nicht nachvollziehbar. Immerhin ist das SchILD 2 eine produktiv eingesetze und als SchILDzentral auch kommerzielle Software. Das dafür auch Support notwendig ist, sollte selbstverständlich sein. Wenn das an Ressourcen scheitert, muss man sich schon fragen dürfen, warum...
Der andere Aspekt ist, dass die "neue Welt" keine Renovierung ist, sondern ein Neubau. Das hier vieles anders ist, kann wahrscheinlich auch jeder akzeptieren. Was Leute aber frustriert, ist - meiner Beobachtung und eigener Erfahrung nach -, dass man an einigen Stellen auch das Gefühl bekommt, dass die "neue Welt" gegenüber der "alten Welt" auch Rückschritte gemacht hat (z. B. dass man in SchILD 3 den Report-Explorer nicht mehr - auch nicht als Option - als schwebendes Fenster hat, dass man beim Export der Notenmodule aus SchILD 3 nicht auf Jahrgänge filtern kann, dass man Kurse im SVWS-Client nicht frei benennen kann, das man einen eigenen Admin-User braucht, um WeNoM zu administrieren und vieles mehr). Und dafür wird keine Erklärung geliefert, warum es diese Features nicht gibt. Es wird dann nur gesagt: "Das geht in der neuen Version nicht mehr" oder "Das wurde geändert", wenn dann zu Recht - wie ich finde - nachgefragt wird, warum das nicht mehr geht oder warum man den Anwendern nicht zumindest die Optionen dazu gibt. Hier im Forum sind diverse "Feature-Requests" bereits gestellt worden.
Das das auch an den Ressourcen scheitert ist ja dann schön und gut, aber dann sollte man auch so ehrlich sein und fragen dürfen, ob es klug ist, eine "neue Welt" die eine "alte Welt" ablösen soll, dann nicht einfach mehr Zeit benötigt, um entsprechende Features zuerst liefern zu können.
Am Ende darf nicht vergessen werden: Die Umstellung von "alter Welt" auf "neue Welt" wird - egal wann - im laufenden Betrieb erfolgen und muss "nebenbei" erfolgen. Damit meine ich, dass die Arbeit sowohl in der "alten" wie "neuen" Welt neben Unterricht und sonstigen schulischen Aufgaben bewältigt werden muss. Daher ist es doch verständlich, wenn Schulen bzw. deren Verantwortliche sagen: Dieses und jenes Feature verursacht bei uns Mehrarbeit, kann man das nicht ändern, ergänzen usw.
Am Ende gibt es Workflows an Schulen, die über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte gewachsen sind und sich bewährt haben. Dabei ist es vielleicht unkritisch, diese auch mal zu hinterfragen, aber gerade solche Workflows, an denen ganze Kollegien beteiligt sind (und in denen die meisten sich nicht oft mit SchILD und Konsorten arbeiten), ist es verständlich, dass lieber auf Kontinuität statt Umbruch gesetzt wird. Und hier ist jede zusätzliche Kommunikation hilfreich, die erklärt, warum es bestimmte Features nicht bzw. nicht mehr gibt und ob sie vielleicht in naher Zukunft wieder etabliert werden können. Statt "Gibt es nicht mehr" könnte es ja auch heißen, "Gibt es aktuell nicht, weil ... Wir prüfen bzw. planen, dass mit einer zukünftigen Version nachzuliefern" oder "Das ist ein sinnvolles Feature. Gerade fehlen uns die Kapazitäten, wir werden uns darum aber kümmern, wenn dieses und jenes fertig ist." oder eben auch "Das ist ein Feature, dass auch künftig nicht kommen wird, weil es dieses oder jenes unmöglich macht.".
tl;dr: Es ist verständlich, dass es bei einem "Neubau" zu Kapazitätsengpässen kommt, es ist aber ebenso verständlich, dass wir (da nehme ich micht einfach mal dazu), nicht immer nachvollziehbar finden, warum Dinge unflexibler gemacht oder sinnvolle Features nicht eingebaut wurden und werden. Da wäre es einfach hilfreich, wenn von Entwicklerseite mehr erklärt werden würde, warum bestimmte Dinge sind, wie sie sind, und wenn man sich offener gegenüber Wünschen zeigen würde, auch wenn sie jetzt nicht über Nacht eingebaut werden können. Das würde - glaube ich - schon mehr Ruhe reinbringen.
So genug geschrieben. Gute Nacht alle zusammen.