Schild 3.0

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zum Austausch über Systemfragen und Einrichtungstechnik

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T.Hagel
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Lehrerkind, Ex-Schuladmin, seit 2009 für die Stadt Köln im Schulverwaltungsupport tätig

Re: Schild 3.0

Beitrag von T.Hagel »

Irgendwie lustig, hier noch mal nach exakt 3 Jahren seit dem ersten Eintrag vorbeizuschauen und festzustellen, dass wir immer noch nicht so weit sind, dass wir den Schulen zumindest eine Testumgebung haben bereitstellen können. Festzustellen, dass bisher sämtliche Vorhaben und eigene Roadmaps übern Haufen geworfen werden mussten, weil:

Schild3 (SchildNRW3 und SchildZentral3) weiterhin eine riesige Baustelle sind, eben weil:
- viele, bzw. die meisten Module immer noch oder gerade erst in der Betaphase sind
- viele für den Schulalltag notwendige Module noch nicht hinreichend fertiggestellt sind
weder die aus IT-NRW-, noch die aus Ribeka-Hand
- die Module MA2LBV und S1-Plan gar nicht erst auf der Roadmap stehen (wie man allerdings erst aus Forenbeiträgen in Nebensätzen erfährt)
- die webbasierte Noteneingabe (WeNoM oder SchildWeb3) noch in der Entwicklung sind und daher quasi als Schnellschuss mit GradeHub ein externes Notenmodul aus dem Hut gezaubert werden musste, um den Schulen, die bereits migriert haben, wenigstens hierfür eine Möglichkeit bieten zu können, Noten zu erfassen.
- man Sicherheitsaudits für die jeweiligen Webserver-Versionen (SVWS-Server, WebLuPO, WeNoM, GradeHub) vergeblich sucht, bzw. nicht weiß, nach welchen Standards diese durchgeführt werden
- weiterhin verlässliche Roadmaps fehlen
- weiterhin unklar ist, für welche Schulformen Schild3 aktuell genutzt werden könnte und ab wann alle anderen Schulformen folgen sollen
- viele Informationen, die wir IT-Dienstleister für die Einführung und Bereitstellung von Schild3 (egal ob SchildNRW3 oder SchildZentral3) zwingend benötigen, fehlen. Hier insbesondere diese in Richtung Datenschutz und -Sicherheit, Kommunikation und Protokolle.


Hilfreich ist jedenfalls nicht:
- dass das MSB 3 Tage vor den Sommerferien 2026 allen Schulen mitteilt, dass man ab Herbst 2026 auf Schild3 umstellen solle und dass "nichts mehr gegen eine Umstellung sprechen würde"
- dass die Bezirksregierung Köln in Onlinefortbildungen ebenfalls den Eindruck vermittelt, als wäre Schild3 längst fertig und dass zügig umgestellt werden sollte
- dass das neue und erst ab Oktober 26 feststehende Regelwerk für die Abi2030-Planungen ausschließlich für das derzeit noch in der Entwicklung befindliche Schild3 bereitgestellt werden soll, statt zunächst auf dem erprobten und in rund 90 % aller NRW-Schulen im Einsatz befindliche Schild2 (SchildNRW / SchildZentral)
- dass die Jahresstatistik ebenfalls ab Sommer 2027 ebenfalls ausschließlich über den SVWS-Server laufen soll, statt dieses Verfahren erst einmal hinreichend testen und erproben zu können und den Schulen, den Schulträgern und deren IT-Dienstleistern erst mal weiterhin die Möglichkeit gibt, sich in Ruhe an Schild3 heranzuwagen, statt es aufzudrängen
- dass sich die Anzahl der Testumgebungen für SchildZentral3 für Schulen irgendwie weiterhin bei Null liegt
- dass weiterhin unklar ist, für wie viele gleichzeitige Schild3-Benutzer ein SVWS-Server wie aufzustellen ist = weiterhin keine Planungsmöglichkeit der benötigten Infrastruktur, ggf. noch anzuschaffender Hardware und Lizenzen, sowie die daraus für den Schulträger resultierenden Kosten (bei angespannter Haushaltslage)
- dass der Plan B für das Abi2030 darin besteht, den Schulen mit gymn. Oberstufe ausschließlich darin besteht, diesen nur den SVWS-Server bereitzustellen, statt das Regelwerk für Schild2 / LuPO2.x bereitzustellen: Denn aus den genannten Gründen ist allein das Bereitstellen des SVWS-Servers für uns IT-Dienstleister recht schwierig und vermutlich aufgrund fehlender Basics aus den Bereichen Datenschutz und -Sicherheit, sowie fehlenden Informationen wahrscheinlich auch nicht möglich.

Es ist nicht so, dass wir nicht wollen. Im Gegenteil. Aber konzeptionelle Fehler, die bei der zentralen Bereitstellung eines auf ein einzelnes Schulverwaltungsnetzwerk optimiertes System entstanden sind und auf die seit ca. 2 Jahren immer wieder hingewiesen wurden, sowie Planungsunsicherheiten fehlende verlässliche Roadmap, Serverausstattung, benötigte Ressourcen), fehlende Informationen, nicht ausreichende Softwarequalität sind halt ein ziemlicher Hinderungsgrund, bisher SchildNRW3 oder SchildZentral3 zentral bereitstellen zu können.

Vielleicht geschieht ja in diesen Sommerferien ein ziemliches Wunder und ab Herbst 2026 steht dann alles tatsächlich in hinreichender Softwarereife und Dokumentation bereit ... dann aber beginnen erst die Teststellungen und wenn die dann erfolgreich waren, dann erst kann geplant werden, wann die Umstellung konkret in welcher Dauer erfolgen kann. Im Moment sehe ich da weder Herbst 2026, noch Februar 2027 als realistisch an. Eventuell bis Sommer 2027. Aber Sommer hatte ich auch schon 2024, 2025 und 2026 vergeblich angepeilt ...

Nun sind erst mal wieder Sommerferien, in denen werden dann bis Herbst vermutlich wieder diverse Updates für SchildZentral und ASDPC anstehen und uns bis dahin die Schulen dank des MSB-Schreibens die Türen einrennen werden. Dieses Schreiben und dieses "Sie müssen jetzt umstellen" kommt m.E. mindestens ein Jahr zu früh.

Aber, lassen wir uns mal überraschen...

Bevor dieser Forenbeitrag wieder mit der Begründung geschlossen wird, dass hierzu schon hinreichend diskutiert worden sei und ich mich sinngemäß wiederhole, sei daran erinnert, dass eben genau das, diese Diskussion in diesen Punkten mit uns IT-Dienstleistern eben nicht stattgefunden haben und auch nicht ermöglicht werden, wenn man Forenbeiträge sperrt. Die Probleme bestehen ja weiterhin und stehen einer zentralen Bereitstellung halt ziemlich im Wege. Wir würden ja wirklich liebend gern umstellen, aber dann mit einer hinreichend erprobten Softwaresammlung, Webserver für die für uns qualitativ richtigen Sicherheitsaudits hinter sich haben und eingesehen werden können und nichts, was weiterhin (in großen Teilen) noch eher Beta ist...

Außerdem bleibt ein großes Problem, der Zeitfaktor für eine solch schulweites Projekt, das auch den Schulträger betrifft und sich daher die freien Zeiträumen, in denen eine solche zentrale Umstellung nicht den Schul- oder Schulträgeralltag längere Zeit intensiv beanspruchen, übers Jahr eher rar gesäht sind. Es müssen bei all dem auch Zeiten für Schulung, internes Schulungsmaterial, aber auch für zahlreiche Lasttests, Simulation von Großereignissen (Einschulung, Hochstufung, Noteneingabe, Zeugnisdruck, Anmeldung) eingeplant werden.

Nichts, wirklich nichts, was sich innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen umsetzen lässt. Oder sobald der Download eines Updates bereitsteht. Nicht in dieser Komplexitätsstufe. Selbst für eine sich selbst verwaltende Schule sollte auch hinreichend Zeit eingeplant und ein Zeitraum vorgesehen werden, der nicht dazu geeignet ist, den Schulalltag auszubremsen.

Schild3 ist, egal ob SchildNRW3 oder SchildZentral3, alles andere als Ressourcenfreundlich und auch alles andere als ebenso einfach zu administrieren und abzusichern wie seine Vorgänger.
011marTusch
Beiträge: 348
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Re: Schild 3.0

Beitrag von 011marTusch »

Fragen über Fragen an einer Stelle, an welcher sich IT-Dienstleister austauschen sollten. Hier im Forum werden spezielle Fragen zu Schild-Zentral gerne an die Fa. Ribeka verwiesen. Gerne auch mit dem Hinweis, dass man für dieses Programm viel Geld in die Hand genommen habe.

Fakt ist doch, dass sich viele große Kommunen für ein Programm entschieden haben, welches zu deren vorhandene und gut supportete IT-Landschaft passt. Ein Programm, welches praktischerweise auch mit der kostenlosen und daher weitestverbreiteten Schulverwaltungssoftware des Landes NRW übereinstimmt.

Es ist großartig, dass man sich aufgemacht hat, ein gut funktionierendes Programm von Grund auf zu erneuern und zu modernisieren. Da beim Land NRW weder Reichtum, noch Personalüberfluß ausgebrochen sind, muss man dies als eine Investition in die Zukunft betrachten.

Die Kommunen müssen an dieser Stelle überlegen, ob die bisher eingeschlagene Richtung ebenfalls eine Zukunft hat.

Die Fa. Ribeka steht daher in der Pflicht, sich zu erklären, ob sie die früher beworbenen Vorteile eines Zentralverfahrens weiterhin bereitgestellen kann.

Wenn man einmal quer denkt, ist es ein Leichtes, mit einer vorhandenen Infrastruktur für jede Schule ein Schild 3 samt Maria-DB bereitzustellen. Auch die sonstigen kleinen Programme können statt auf einen Server auch auf viele Server/Rechner installiert werden. Für die Unterstützung der Einschulung (Primarstufe) bzw. Umschulung (Sek I) sind teilweise bereits Lösungen im Gebrauch (Schulbewerbung). Ich hatte auch schon mal darauf hingewiesen, dass die Schulen m.E. eine eigene Berechtigung zum Abruf von Meldedaten haben.

Letztendlich sind die Schulen verpflichtet, den Schulträgern Statistikdaten bereitzustellen. In Schild 3 ist dies daher angemessen zu berücksichtigen.

Back to the roots??? Die meisten Kommunen leben inzwischen auf Pump. Wenn man sich einen Fullservice nicht mehr leisten kann, muss man versuchen, die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen. Möglicherweise fällt es in manchen Schulen auf, dass Schild-Zentral gar nicht so schlecht war.
Viele Grüße aus Wuppertal
Ottmar Tusch
Pensionist :geek:
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